Russische Wölfe brauchen unsere Hilfe

  Die knapp 4 Wochen bei den russischen Wölfen sind wieder wie im Flug vergangen.

Gleich bei unserer Ankunft bei Vladimir Bologov gab es „Bärenalarm“. Obwohl sehr scheu,
interessierte sich einer der freigelassenen Jungbären der nahe gelegenen Auswilderungsstation
brennend für die abgestellten Schuhe auf der Veranda. Nachdem wir unsere Stiefel in Sicherheit
gebracht hatten, gab es den obligatorischen, guten, russischen Tee mit Imbiss und es wurde
noch ein wenig geklönt.

Am nächsten Tag ging es nach Belkowa zu Grey Female. Sie lebt wieder im Gehege,
weil sie gerne die Dörfer besuchte.

Sie hat die Welpen, die Vladimir im Mai von einem Jäger freigekauft hat adoptiert und umsorgt und bewacht die Kleinen, die keine Milch mehr benötigen, mit Hingabe.

Caesar und Kleopatra


Die Welpen bekommen Fleisch und Milchbrei. Sie werden regelmäßig von Vladimir gewogen um ihre Entwicklung zu überwachen.


 Die Welpen sind recht scheu wenn Fremde im Gehege sind. Das kommt aber ihrer späteren Auswilderung zu Gute. Die Welpen waren sehr unternehmungslustig und fanden tatsächlich einige Löcher im Zaun, durch die sie versuchten hindurchzuschlüpfen. So haben wir 2 Tage zu tun gehabt und 300 m Gehegezaun erneuert, umschwirrt von Myriaden von Mücken.


An etlichen Tagen war ich bei den Wölfen in Puplovo. Das kleine Rudel wird von den jungen Biologen der Uni Moskau zu Studienzwecken beobachtet. Die Wölfe fühlen sich in ihrem Areal von 3,5 ha wohl und sicher. Als nach einem Sturm der Zaun von einem Baum zerstört war, verließen sie nicht das Gehege.




Tassia



Rem




Guy, Tassia und Rem
 
Leider ist Tassias Welpe gestorben. Der Kleine hatte einen genetischen Defekt, nach 4 Wochen hatten sich seine Augen nicht geöffnet, er war zwar gewachsen, aber seine Körperform glich immer noch einem frischgeborenen Welpen. Inzucht ist auszuschließen, denn Tassia stammt aus einer völlig anderen Gegend als die beiden Rüden Rem und Guy.





Rem und Guy, etwas struppig im Sommerfell


 
Laetitia Becker, Biologin und Mitarbeiterin im Team von Vladimir hat in ihrem Gehege 4 Welpen aus dem Zoo St. Petersburg aufgenommen.









Zoo St. Petersburg


Die Welpen sind glücklich endlich Waldboden unter ihren Pfoten zu haben. Sie werden nur gefüttert und von Laetitia beobachtet, es wird keinerlei Kontakt mit ihnen aufgenommen. 4 GPS-Halsbänder liegen für sie bereit um die Jungwölfe im nächsten Frühjahr überwacht frei zu lassen.




Eine Großaktion ist in diesem Sommer der Ausbau des 100 Jahre alten Schulgebäudes in Chistoe. Freiwillige Helfer aus Frankreich und Deutschland helfen bei der Renovierung. Es ensteht ein Informationszentrum über Wölfe und andere heimische Tiere für Schüler, Touristen, die Bevölkerung und Naturfreunde.
Sicher sind auch im nächsten Jahr Volontäre willkommen, die bei der Innenausstattung und den Außenanlagen helfen wollen.

Näheres ab Spätherbst unter:

www.lupuslaetus.org



 
Vladimir und "best man" Daniel aus England bei Renovierungsarbeiten



Thomas,Astrid, Rüdiger, Daniel, Vladimir und ich vor dem Zentrum, es gibt noch viel zu tun-



aber auch eine Pause muss mal sein!

Durimar, der zahme "Stadtwolf" lebte in einer Wohnung in Moskau bevor Wolfsfreunde ihn zu Vladimir Bologovs Station brauchten. Weil er für eine Auswilderung nicht mehr geeignet ist, hat er ein Gehege neben dem neuen Infozentrum bezogen. Er benimmt sich wie ein Hund, macht an der Leine oder auch frei in Begleitung seine Ausflüge und ist der Liebling der Volontäre.
Es tut schon weh, einen einzeln gehaltenen Wolf in einem kl. Gehege zu sehen. Durch seine starke Prägung im Welpenalter stebt er immer zu Menschen. Vladimir wird sicher eine geeignete Lösung finden um diesen Wolf so artgerecht wie möglich zu halten.
 
Das Fleisch für die Wölfe holten wir vom 60 km entfernten Schlachthof.


 


Letzte Woche, gerade als es restlos verfüttert war, hat sich ein Pferd im Nachbarort mit seinem Strick stranguliert. Ein großes Unglück für das Dorf, es war das einzige Arbeitspferd, aber Glück für die Wölfe, Vladimir konnte es für 100,-€ kaufen.

So vergingen die Tage, ich habe die herrliche, unberührte Landschaft genossen, es gab Grillabende und natürlich viele Diskussionen rund um den Wolf.



An alle Sponsoren des Wolfsprojekts:


Dear sponsors,

I'd like to  thank you sincerely for supporting my wolfproject. I'm happy to see that many wolf friends in Germany, Belgium, Austria and Switzerland support my work for the preservation of the wolves. With your donations we can supply the wolves with meat for some mounth and we were able to fix the fences of our enclosures.
          Yours, Vladimir Bologov.







Somit sind 11 Wölfe der Station zu versorgen und ich bitte Sie, Vladimir Bologovs Projekt auch weiterhin zu unterstützen!

Neuigkeiten

Unterdessen hat Vladimir noch 2 Welpen aufgenommen.
Diese beiden Mädchen waren etwas älter als die Welpen bei Grey Female
und hätten möglicherweise die Jüngeren drangsaliert.
So wurden sie vorübergehend bei Durimar im Gehege untergebracht.
Der war glücklich darüber, er hatte eine Aufgabe und hat sich vorbildlich um die Kleinen gekümmert.








Durimar mit einem der Mädchen


Nach ein paar Wochen fand der Umzug nach Belkova statt.
Durimar und die beiden Mädchen bezogen das Nachbargehege von Grey Female.
Durch den Zaun konnten sie sich beschnuppern und so erste Kontakte aufnehmen.
Vladimir konnte beobachteten, dass sich alle freundlich zueinander verhielten
und die Zwischentür wurde geöffnet.
Grey Female, Durimar und die Welpen sind nun eine richtige Wolfsfamilie.
Für Durimar wurde durch das Zusammenleben mit einer Wölfin und den Welpen die optimale Lösung gefunden.
Er besinnt sich langsam darauf, dass er ein richtiger Wolf ist und kein "Haushund", er nimmt
seine Rolle als Rudelmitglied ernst. Er hat 24 Stunden mit seiner neuen Famile zu tun
und versucht nicht aus dem Gehege zu klettern.










Durimar mit Kleopatra



Prossia und...




Steffi

die beiden Mädchen haben sich unterdessen im Gehege mit ihren Ersatzeltern Durimar und
Grey Female gut eingelebt.


 Winterreise 2009