Russische Wölfe brauchen unsere Hilfe

Bericht meiner Russlandreise 2010

 Als ich Mitte Juni auf der Station eintraf waren alle Wölfe vom letzten Jahr in Freiheit,
außer der zahmen Grey Female und Prossia, die noch auf ihr GPS-Halsband wartet.

Neu aufgenommen waren ein Luchsbaby, vier Wolfswelpen, am 11.Mai geboren und ein kleiner kanadischer Timberwolf von 10 Wochen. Vladimir hat den Rüden von einem Cirkus übernommen, als sich zeigte, dass ein Wolf für Circusauftritte wohl doch nicht so geeignet sei.

Bonus

  ist sein Name,er ist sehr scheu und teilt sich vorläufig ein kleines Gehege
in Hausnähe mit zwei Leica-Hundewelpen. Bonus muß später vor seiner Freilassung
sterilisiert werden, um zu verhindern, dass er sich mit russischen Grauwölfen verpaart.


Eine Station für verletzte Wildtiere bat Vladimir die vier Wolfswelpen, geb.am 11.Mai aufzunehmen:

Ramascha

Kouvchinka 

Rosotschka

und Fiauka

 Diese vier Mädchen machten bei meiner Ankunft einen echt munteren Eindruck, obwohl sie unter heftigem Durchfall litten. Für diesen Fall hatte ich ein wirksames Medikament mitgebracht, nach 3 Tagen hatte sich das Problem erledigt.

In einem ca.25 qm großen Auslauf, mit angrenzendem kleinem Stall als Schlafraum,
verputzten die Welpen gierig nach Wolfsmanier ihre vier täglichen Mahlzeiten. Diese
bestanden aus Fleisch und sprottenähnlichen Fischchen, angereichert mit ein paar
Flocken und einem Vitamin- Mineralgemisch.

Nach der Fütterung wurde gespielt und getobt... 

oder es gab einen kleinen Ausflug...,

 

danach zogen sich die vier Mädchen
in ihr "Schlafgemach" im Stall zurück, wo sie einigermaßen vor der Mückenplage
sicher waren.

In den nächsten Wochen werden sich zwei der Mädels eins der großen Gehege mit dem
Timberwolf Bonus teilen, die beiden anderen werden unter Grey Females Obhut
aufwachsen, bis die Zeit der Freilassung gekommen ist.

Im Gehege in Puplovo werden vier Welpen von den Studentinnen der Uni Moskau betreut. Das heißt allerdings, mit sowenig Kontakt wie möglich, um sie menschenscheu zu halten.

Die Doktorandin Laetitia Becker wird noch zwei kl. Wolfsrüden,(die im Zoo von St. Petersburg nicht mehr "gebraucht werden") in ihrem Gehege aufnehmen.

Vladimir mit GPS-Sendehalsband und Narkosepfeil

Er bedankt sich herzlich bei seinen Spendern, die es ihm ermöglichen, sich  für den Schutz der russischen Wölfe einzusetzen und bittet Sie, ihn auch weiterhin zu unterstützen!

Am 14.7. wurde Prossia freigelassen. Ihr Sendehalsband arbeitet einwandfrei und zeigt, dass sie mit ihrer Schwester Steffi zusammen umherstreift!

Neuigkeiten:


Zwei der Mädchen sind mit Bonus, dem kl. Timberwolfsrüden ins Gehege zu Grey Female umgezogen. In dem großen, waldreichen Areal können sie nun die Jagd auf Mäuse, freche Elstern und andere Kleintiere üben.

Kontakt zu Menschen gibt es nicht mehr, damit sie ihre Scheu vor Menschen zurückgewinnen, es wird lediglich Futter ins Gehege gebracht.

Die beiden anderen Wolfsmädchen werden sich nächste Woche das Gehege in Marino mit den jungen Wolfsrüden aus dem Zoo St.Petersburg teilen.

Im Spätsommer bezogen die Jungwölfe aus dem Zoo St. Petersburg(dort wurden sie "nicht mehr gebraucht") das Gehege in Marino. Diese beiden kräftigen Jungs haben gleich am 2. Tag ein Loch in den Zaun gerissen. Sie haben sich mit Steffi und Prossia vom letzten Jahr, die um das Gehege strichen, davon gemacht.Die beiden kl.Wolfsmädchen sind trotz Loch im Gehege geblieben.

Bonus, der zahme Timberwolf, konnte ann einen Wolfsfreund abgegeben werden und hat dort ein großes Gehege. Für eine Freilassung war er doch nicht geeignet, zu zahm, zu menschenbezogen und kein Wolfsrudel hätte den kastrierten Rüden seine Gruppe aufgenommen.

Vladimir Bologov war kürzlich in Karelien um ein geeignetes Schutzgebiet zur Auswilderung seiner Wölfe zu inspizieren. Dort gibt es im Umkreis von 300 km keine menschlichen  Siedlungen.

Eine optimale Lösung für die Freilassung der Wölfe im Frühjahr!


Winter 2010