Russische Wölfe brauchen unsere Hilfe

Bericht meiner Russlandreise 2012

Am 26.5. bekam Vladimir Bologov von einem Jäger einen Wurf ausgegrabener Wolfswelpen zum Kauf angeboten. Vladimir machte sich sofort auf den Weg, aber leider hatte der Jäger bereits einen der Kleinen an einen Privatmann verkauft. Was für ein Leben mag dieses Wölfchen wohl erwarten? Mit den 5 Welpen fuhr Vladimir nach Hause um sie erst einmal in das Gehege nahe der Station zu setzen. 3 Tage später, nach meine Ankunft konnte ich endlich die knapp 4 Wochen alten Winzlinge bestaunen. Es waren 2 Jungs und 3 Mädchen, noch mit strahlend blauen Augen und Kippöhrchen.

 

Auffallend war, dass die beiden Rüden sehr dunkles, langes Fell hatten. An den Gesichtern konnte man die 5 Kleinen nur schwer unterscheiden. Das änderte sich durch genaues Beobachten und nach ein paar Tagen ließen sich Unterschiede erkennen.


                          Boris                                                            Lida

       

                           Sarja                                                            Diva


Sacha

Zunächst machte die Verdauung einige Probleme durch die Umstellung auf die Aufzuchtsmilch. Erst Verstopfung, dann Durchfall, aber nach 3 Tagen mit einer gründlichen Entwurmung war alles in Ordnung.


Auf ihre täglichen 5 Mahlzeiten, abwechselnd Fleisch oder Fisch und Milch stürzten sich die Welpen gierig. Die Näpfe mußte festgehalten werden, sonst wären sie umgekippt bei dem Gerangel um den "günstigsten" Fressplatz. War die Mahlzeit beendet wurde ein wenig gespielt und getobt, auch mit der Hündin Leica, die die Welpen oft im Gehege besuchte. Danach war Verdaungsschläfchen in ihrer mückensicheren Kiste angesagt.

Am 7 Juni brachte Vladimir die 3 kleinsten Welpen in ein großes Gehege, mitten in Wald und Moor.


Sacha, Diva und Sarja

Die kleinen Wölfe sollen fernab von Dörfern und menschlichen Stimmen aufwachsen, um später eben diese zu meiden.

Das Gehege war um einen riesigen. 200m x 80 m großen Hügel errichtet worden, auf dem sich ein alter, verlassener Dachbau befindet. Ideal für die Welpen mir seinem trockenem Höhlensystem!

Sarja an einem der Höhlenausgänge


Welpenspiele

Vladimir fuhr am nächsten Tag mit dem größten Rüden Boris und dem kräftigsten Wolfsmädchen Lida nach Karelien. Dort wird eine Insel ihre neue Heimat sein, von Hündin Wachta beschützt und von Vladimir beobachtet.

Vormittags machte ich mich täglich mit Leica auf den Weg zum 3 Km entfernten Gehege um die 3 Hiergebliebenen mit Futter zu versorgen und Ihr Verhalten bis in die späten Nachmittagstunden zu beobachten.

Leica und die Welpen

Anfang Juli wird Vladimir für ein paar Tage nach Bubonice kommen um die 3 Wolfswelpen mit der Wölfin Grey Female zusammen zu bringen. Grey Female wird sich freuen, die Kleinen um sich zu haben und ihnen beizubringen, was ein tüchtiger Wolf wissen muss. Dann wird auch der menschliche Kontakt zu den jungen Wölfen abgebrochen, das Fleisch wird lediglich über den Zaun geworfen.

Im nächsten Frühjahr werden die Jungwölfe mit Sendehalsbändern versehen freigelassen. Ich wünsche ihnen ein gutes, glückliches Wolfsleben in der Taiga.

Inselleben in Karelien









Es wird zunehmend schwieriger für Vladimir die Jungwölfe zu fotografieren. Sie werden immer scheuer und vorsichtiger.







Vladimir wartet auf Schnee, dass es für ihn anhand der Spuren einfacher wird, die Aktivitäten der Jungwölfe zu verfolgen. Wenn der See zugefroren ist, werden die Wölfe über das Eis wandern um die  Gegend zu erkunden. Vladimir will aber weiterhin Fleisch auf die Insel bringen, falls sie nicht genug Jagdglück haben.



Dreister Fischdieb!

Reise 2011