Russische Wölfe brauchen unsere Hilfe

Bericht meiner Russlandreise 2011

Nach meiner Ankunft in Moskau ist Vladimir mit mir ins 250 km entfernte Jaroslavl gefahren, um aus dem Zoo 6 Wolfswelpen abzuholen. Dort leben die Wölfe mit den Bären auf einer Anlage. Es gibt kein Ausweichgehege für sie, um die Kleinen vor Bärenattacken geschützt zu umsorgen. Die Direktion war froh, dass wir die Tierchen mitnahmen. Die kleinen "Jungs" haben in einer mit Heu ausgepolsterten Box die Fahrt zur Station in Bubonice gut überstanden.

Nikita und Pawel


Misha und Oleg


Iwan und Alex

Wir setzten sie in ein 100 qm großes Gehege mitten im Wald nahe der Station.


Vladimir mit 3 der Welpen

Zunächst waren sie sehr ängstlich, sie kannten keinerlei Naturgeräusche wie Wind oder Blätterrauschen, denn sie hatten ihre ersten 4 Wochen in einer Innenbox des Bärenhauses verbracht. Der Ruf eines Kuckucks liess sie panisch in ihre kleine Schlafhütte rennen.Vor dem Hütteneingang hatten wir eine Decke gehängt, durch die sie hindurchschlüpften um ein mückensicheres Versteck zu haben. Diese Moskitos sind eine echte Plage für Mensch und Tier, in der Gegend gibt es zahlreiche Teiche und Tümpel in denen sich endlos vermehren.

Die Welpen entwickelten sich nach einer gründlichen Wurmkur prächtig und nutzten bald das ganze Gehege für ihre Spiele und Balgereien.

Hocherfreut waren die Kleinen, wenn Vladimirs Hund Leica sie im Gehege besuchte und mit ihnen spielte. Gegen Ende Juni ging es für 4 der Welpen wieder auf Reisen, nach Karelien.


Dieser Teil Russlands ist extrem dünn besiedelt. Auf einer der zahlreichen Inseln in dem riesigen Seengebiet lebt Vladimir mit seinem Hund Wachta für die nächsten Monate in einer kleinen Hütte.

Die Welpen haben sich am Ufer eine Höhle ausgesucht, wo Vladimir ihr Futter ablegt. In der neuen Umgebung sind sie wieder sehr scheu geworden, Vladimir muss sich mit seinem Boot vom Ufer entfernen, um sie zu beobachten. Einzig Wachta wird von den Kleinen stütmisch begrüßt.


Wachta


Vladimir Bologov will in Karelien ein neues Projekt aufbauen und hat unterdessen etliche Kontakte geknüpft. Von der Verwaltungsbehörde in Kimovaara bekommt er jegliche Unterstützung. Es wird ein Centrum für Studenten, aber auch für Touristen sein, die Wölfe, Luchse, Bären, Elche und Fischotter in der freien Natur beobachten möchten. Die Touristen werden von Rangern geführt. Es gibt Campingplätze und einfache Hütten auf den zahlreichen Inseln oder  Unterkunft mit Verpflegung bei den Dorfbewohnern, die sich so ein paar Rubel verdienen möchten.

Die beiden in Bubonice zurück gebliebenen Wölfchen haben die Trennung von ihren Brüdern gut verkraftet, für sie bedeutet es wohl, weniger "Konkurrenz" am Futternapf.


Nikita und Misha

" Geschwisterliebe"

Die beiden werden demnächst zu Grey Female ins Gehege umziehen.

Die 4 Wolfsmädchen vom letzten Jahr sind in Freiheit!

Neuigkeiten von den Welpen aus Karelien:

Wachta mit den Welpen

Nach meiner Abreise hat Vladimir sich entschlossen, Misha und Nikita auch nach Karelien zu den Geschwistern zu bringen.

Inzwischen sind fast 3 Monate vergangen und die Kleinen sind zu tüchtigen Jungwölfen herangewachsen. Auf ihrer Insel gibt es jede Menge Mäuse, Vögel und Kaninchen zu erbeuten, sodass sie schon mal das für sie gebrachte Fleisch verschmähen.



Vladimir kann jetzt seine Wölfe nur noch aus großer Entfernung beobachten, sie sind sehr scheu und vorsichtig. Nur Wachta ist als Spielgefährtin stets willkommen.

Im Winter, wenn die Seen zugefroren sind, steht es den Jungwölfen frei, die Insel zu verlassen und umherzustreifen. Vladimir wird sie weiter mit Fleisch auf der Insel versorgen, sodass sie sich die Bäuche bei weniger Jagdglück füllen können.


Vladimir bedankt sich bei allen Spendern, die es ihm möglich machen sein Projekt fortzuführen und den Wölfen eine gute Chance auf ein freies Leben zu geben.

Oleg

Reise 2010