Russische Wölfe brauchen unsere Hilfe

 

 Bericht meiner Russlandreise 2007

In diesem Jahr haben wir 7 Welpen aus der Nähe von Smolensk geholt. In diesem Distrikt wird noch immer eine Prämie für das Vorweisen des Welpenfells gezahlt.Die Fahrt dorthin dauerte 7 Stunden über die üblichen Schotterstrassen, aber so konnte ich ein wenig mehr von Russland sehen, die Landschaft zog wie ein Film vorbei.

Vladimir begutachtet einen der Welpen, rechts im Bild der Jäger,der uns stolz erzählte, dass er in seinem Leben schon 300 Welpen ausgegraben und getötet hat.

Es war einfach nicht möglich alle 7 aufs Foto zu bekommen, sie wuselten überall herum.

Die 7 Wölfchen, 4 Mädchen und 3 Jungs waren etwa 4 Wochen alt und unterschiedlich gefärbt, drei fast schwarz, eins dunkelgrau und die anderen hatte eine helle Fellfärbung. Ein kleiner Rüde hatte weisse Pfötchen, was möglicherweise darauf hinweist, dass seine Ururgroßmutter eine sogenannte Waldhündin war, die sich mit einem Wolf eingelassen hat. Ansonsten hatten die Kleinen alle Merkmale von Wolfswelpen, einschließlich der Wolfskrallen und dem typischen schwarzen Fleck unterhalb der Schwanzwurzel. Während der Heimfahrt waren sie auf einem Heulager hinten im Auto untergebracht,aber nach und nach fanden sie einen Weg um es sich bei uns auf der Rückbank bequem zu machen.

Welpentransport per Jeep zum Gehege

Die Welpen wurden zunächst wieder in dem 70 qm großen Aufzuchtsgehege untergebracht um ihren Gesundheitszustand zu überwachen. Dank einer großzügigen Spende konnten wir sie wieder mit der Aufzuchtsmilch aus den USA versorgen und sie entwickelten sich Bestens.

anfangs noch ein wenig ratlos

verbrachten sie dann die Tage mit wilden Spielen,fressen und schlafen.

Auch mein Rucksack war beliebt für Kletterübungen-

und mein Kissen ein begehrter Ruheplatz.

erste Fleischmahlzeit

An meinem vorletzten Tag kamen noch vier Wolfswelpen in Begleitung des Professors Andrej Pojarkov mit einigen Studenten von der Uni Moskau.Diese Welpen waren allerdings 2 Wochen älter und es wäre Stress für unsere Sieben gewesen,mit ihnen die Mahlzeiten und ein Gehege zu teilen. So ist unsere Welpenbande per Kahn auf die Wolfsinsel umgezogen.

Zunächst waren sie etwas verwirrt über ihren plötzlich so großen Spielplatz.Sie zerstreuten sich in alle Richtungen um Erkundungstouren zu unternehmen. Um sie alle wieder zu versammeln reichte das Geräusch, ihre Milch - Mahlzeit kräftig in der Dose zu schütteln und sobald die Näpfe geleert waren wählten sie gemeinsam einen Schlafplatz unter einem riesigen, umgestürzten Baum. - Leider war meine Zeit nach 3 Wochen um, ich hätte gern noch länger ihre Entwicklung verfolgt.

Die "Moskauer Wölfchen" werden Gehegewölfe bleiben und sich in den 3 ha großen Anlagen wohlfühlen.
Ich konnte wieder einen ansehnlichen Geldbetrag nach Russland mitnehmen und Vladimir Bologov bedankt sich an dieser Stelle bei den Spendern,die er per mail nicht erreichen konnte!

4 Monate später...

Inzwischen sind die 7 Wölfchen gut 4 Monate alt. Im Juni wurden sie von der Wolfsinsel zu ihrem endgültigen Auswilderungsort gebracht.Das Gebiet liegt in der Nähe von Belkova wo es viel Wald, freie Flächen und einen Fluß gibt.

Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Geländes war, dass es von keinem Wolfsrudel besetzt ist. Außerdem bildet der Fluss eine natürliche Grenze zu eventuell herumstreifenden adulten Wölfen. Es wurde eine kleine Schutzhütte für die Studentin Laetitia Becker errichtet,die die Wölfchen betreut. Außerdem gibt es noch ein Gehege in dem die Welpen anfänglich gefüttert und untergebracht waren damit sie sich an die neue Umgebung gewöhnten. Unterdessen steht die Tür des Geheges immer offen und die Jungwölfe streifen viel umher.

 Sie verbringen schon viel Zeit mit der Jagd auf kleine Tiere wie Hasen,Mäuse usw. und verschmähen auch nicht die saftigen Beeren, die der Herbst reifen lässt.

Die Jungwölfe sind mittlerweile sehr scheu fremden Menschen gegenüber, weil sie nur Kontakt mit ihrer Betreuerin haben. Vor allem wenn Männer die Futterration anliefern werden die Wölfchen praktisch "unsichtbar", die besten Voraussetzungen um ihr freies Leben in den Wäldern zu führen, den Jägern aus dem Weg zu gehen und sich nicht in die Dörfer zu schleichen um Schafe oder Gänse zu stehlen.

Die Jungwölfe im Gehege bei Puplovo...


haben sich auch prächtig entwickelt und werden von wechselnden Studenten der Uni Moskau betreut.

Sie sind zahm und freundlich zu jedermann.Das kleine Rudel wird auch weiterhin in dem 3 ha großen Gehege gehalten werden um Studenten und Volontären die Gelegenheit zu geben ihr Verhalten zu beobachten, was in freier Wildbahn unmöglich ist.

Neue Fotos der frei lebenden Jungwölfe bei Belkova

Herbst

Winter

Einer der Jungwölfe hat sich schon weitgehend selbständig gemacht und kommen nur noch sporadisch zum Futterplatz um die Geschwister zu besuchen.

Die Fütterung der Jungwölfe ist eine kostspielige Angelegenheit, da auch in Russland Fleisch teuer ist und ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass Vladimir Bologov für jede, noch so kleine Spende dankbar ist.

Bei meinem Besuch hat mir Vladimir Bologov DVDs mit Videos seiner Wölfe gegeben, die Ich Ihnen gerne gegen eine Spende zusende!

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