Russische Wölfe brauchen unsere Hilfe

Bericht meiner Russlandreise 2013

Die Enttäuschung war groß. Ein paar Tage bevor Vladimir Bologov zwei Würfe Wolfswelpen aus dem Zoo in Jaroslawl abholen sollte, bekam er die Nachricht, dass alle Kleine gestorben seien. Das schien nicht sehr glaubhaft, es ist eher anzunehmen, dass die Wölfchen gewinnbringend verkauft wurden. Jeder Zoo ist in Geldnot und Wolfswelpen werden in Russland ganz legal im Internet angeboten. Viele Neureiche bezahlen jede Summe um sich ein paar junge Wölfe als Prestigeobjekte anschaffen. Was allerdings aus diesen wird wenn sie schwiereig werden, kann man sich ja denken.

An den paar Tagen ohne Welpen war Zeit für Erkundungen der Umgebung.



Es gibt dort endlose, weite Wiesen voller blühender Blumen, stille Teiche, kleine Bächlein und dunkle Wälder, weit und breit keine Zäune oder bestellte Felder, nur Wildnis, herrlich!






Dorfbrunnen in Bubonice



Ortseingang Bubonice, dem Dorf der Wolfs- und Bärenstation

Endlich kam Vladimir mit zwei Welpen aus einem Zoo südöstlich von Moskau. Der kleine Rüde und das Mädchen waren 7 Wochen alt und sehr scheu. Sie hatten noch nie Waldboden oder Gras unter den Pfoten gespürt und kannten keine Versteckmöglichkeiten aus ihrem kahlen Betongehege des Zoos. Leider hatten sie schon die Gewohnheit ihrer Eltern angenommen, ruhelos am Zaun auf und ab zu traben.



Freya



und Freki

Nach ein paar Tagen hatten sie sich aber gut in ihrem vorläufigen Waldgehege nahe der Station eingelebt, gruben zaghaft kleine Löcher, hatten guten Appetit und verschliefen viele Tagesstunden in ihrer mückensicheren Box.






Über Nacht war eine kleine Videokamera am Gehege angebracht. Die Filmchen zeigten entspannte, spielende Welpen, die sogar geschickt wie Eichhörnchen das Regendach über ihrer Schlafhütte erkletterten.
Mitte Juli werden Freki, der Name eines Wolfes aus der nordischen Mythologie, Bedeutung: Der Gefräßige( trifft auf ihn zu!)


 
und



Freya, die Göttin der Liebe in das Gehege mitten in Wald und Moor umziehen.
Bis letzten Herbst war es von den Welpen bewohnt bis Vladimir sie nach Karelien in ihre neue Heimat  gebracht hat.



Fernab von jeglichen Geräuschen der Zivilisation werden Freki und Freya nur noch ohne menschlichen Kontakt mit Fleisch versorgt, um im nächsten Frühjahr in die Freiheit entlassen zu werden.

Grey Female ist mit den beiden Jungwölfen vom letzten Frühjahr frei. Ein Baum war unter den Schneemassen auf den Gehegezaun gestützt, sodass die drei Wölfe hinausspazieren konnten. Fleisch wurde am Gehege für sie ausgelegt. Nach ein paar Wochen fand man zwar immernoch ihre Spuren im Schnee, eine weitere große Spur war dabei, wahrscheinlich hatte sich ein erwachsener Rüde dazu gesellt, aber das Fleisch blieb unangetastet. Das bedeutet, dass diese  kleine Wolfsfamilie nun ohne menschliche Hilfe zurecht kommt und ich bin glücklich darüber!

Neuigkeiten

Freki und Freya sind umgezogen. Sie fühlen sich im Gehege am Moor, 3 Km entfernt vom Dorf, wohl und sicher. Sie beobachten aus großem Abstand die "Fleischlieferung", gefressen wird erst, wenn kein Mensch mehr in der Nähe ist.

 Nun ist das Welpengehege, 200m von Vladimirs Haus entfernt, auch wieder bewohnt. Im August bat ein kleiner Privatzoo Vladimir drei Welpen aufzunehmen.



Die beiden Rüden und das Wolfsmädchen, 4 Mon. alt, sind trotz "Zooerfahrung" scheu. Inzwischen ist das Gehege in Puplovo die neue Heimea der Jungwölfe.
 Nur mit Futter und Wasser versorgt, ohne menschliche Kontakte, werden sie im späten Frühjahr 2014 freigelassen.






Die drei Jungwölfe aus dem Gehege bei Puplovo





und Freki mit Freya sind endlich frei und können nun, nach Ende der Jagdsaison die weite, russische Taiga erkunden!






Ich wünsche ihnen ein langes,glückliches Wolfsleben!


Reise 2012